Helme & Masken
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Vorüberlegungen zum Bau:
Der Kopf soll möglichst klein wirken, darum muß der Helm eng anliegen. Um optisch zur Rüstung zu passen, wird das Visier die hochgeschwungene Form des Hauptbauteils des Harnischs übernehmen.

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Oben links: Billig-Motorradhelm (erfüllt nicht die ECE-Norm. Egal).
Oben rechts: Schirm, Druckknöpfe und Gummirand abnehmen und gut anschleifen, damit Kleber und Farbe hält.

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Oben links: Hinterer Teil. Ein präziser Formschnitt ist nicht möglich. Man klebt eine zu große Platte an und schneidet am Werkstück zu.
Oben rechts: Das Ganze nochmal für die Stirnplatte, diesmal vor dem Zuschneiden fotografiert. Erst kleben, dann schneiden.

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Oben: das Visier. Die Form ist wieder nur ungefähr angelegt- die endgültige Linie wird erst zugeschnitten, wenn es angeklebt ist.
Die Einschnitte am unteren Rand werden wieder zusammengeklebt. Das fehlende Material bewirkt, das die Form sich 3dimensional wölbt.
Beachtet, das die Einschnitte keine geraden, sondern leicht “gerundete” Keile sind.

Und woher weiß man, wie viele Einschnitte man wohin machen muß? Probieren. Man sieht, wo “zuviel” Material ist und schneidet einen kleinen Keil aus. Zusammenhalten. Schon gut? Wenn ja, kleben, wenn nein, weiter schneiden.

Kann man das Werkstück auch verderben? Grundsätzlich ja, aber “Fehlschnitte” können durch “Wieder-zusammenkleben” korrigiert werden.

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Oben: Fertig. Alle Kanten wurden mit Leisten beklebt und der Schaumstoff mit Lötkolben verödet. Die vertikalen Leisten am Visier verdecken die Einschnittspuren. Schwarz grundiert (Acryl), Silber Drybrush.

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Oben: Stand Sept 2011. Hauptgrund für den Umbau war, das das Visier bei einigen Bewegungen Kontakt zum Kragen hatte, was zu Abrasionen führte. Der zurückgenommene untere Visierabschnitt löst das Problem. Und wenn man schon mal dabei ist...
Die für meinen Geschmack zu “freundlichen”, weil mandelförmigen Augen erhalten durch die Begrenzung der seitlichen “Klingen” eine andere Form und werden zu “bösen” Comicaugen. Außerdem sind, wenn er jemanden direkt fixiert, Spitzen auf das Gegenüber gerichtet- kann niemals schaden. Die “Hörner” strecken den Helm optisch und schwächen den Eindruck eines zu großen, runden Astronautenhelmes ab.
Ich bin noch nicht völlig zufrieden und denke an den Bau eines neuen, dünnwandigen, eng anliegenden (ohne echten Helm drin), der den Kopf optisch mehr verkleinern und noch “böser” aussehen soll..

Die Masken

Ein geschlossener Helm hat einige Nachteile:
- Sprechen ist nie wirklich gut möglich (Leute anknurren dagegen schon; wegen der Resonanz)
- Im Verhältnis zum Körper ist er immer noch zu groß
- Bei längeren Einsätzen muß er zum Trinken abgenommen werden; was nur in Deckung geschehen soll und damit unprakisch ist

Eine Maske würde, vorausgesetzt, das “Gesicht” hat die richtige Ausstrahlung, all diese Probleme lösen.
Wobei es über ein Jahr gedauert hat, bis ich eine gefunden hab, die mir gefällt.

Vorüberlegungen
Allein meine Ansprüche zu formulieren ist nicht ganz einfach:
 Das Gesicht soll “verzerrt, aber noch menschlich” sein, dämonische Züge haben (jedoch keine Hörner, weil die den Helm , den er ab und zu trägt, nicht erklären könnten), und Kraft, Gewalt und Aggression ausstrahlen, ohne dabei dümmlich, gemein, alt oder “slap-stickig” zu wirken.
Welche Farbe soll es haben? Einen blassen Hautton, wie der ungesunde Teint von jemand, der nicht viel Sonne kriegt. Passend zum Stahl der Rüstung bitte, um sich zwar etwas, aber nicht zu sehr abzuheben (also kein reines Weiß). Wenn möglich, sollen dabei Signale wie “untot” vermieden werden.
Und auf gar keinen Fall rosa im Hautton, mit anderen Worten: kein rot im Farbspektrum.

Selbst skulpten kann ich nicht (gut genug), und einem Künstler so einen Auftrag zu geben, halte ich für unfair (ich selbst würde ihn nicht annehmen, weil man solchen Ansprüchen eines Kunden unmöglich gerecht werden kann).

Und dann natürlich für meine Kopfgröße- bitte, ohne das ich einen Komplettabguß abliefern muß (also 57 cm Umfang “mit keine Haare”; das ist klein- normale Masken sind mir zu groß)

Insofern ist klar, das es das, was ich will, mal wieder nicht gibt, es muß also eine gefunden werden, die ungefähr meinen Vorstellungen entspricht, und die wird dann umgebaut. Seufz...

Und hier (Tusch/ Trommelwirbel) das Wundertier, das ich gefunden hab:
Auf dem Drachenfest 2011 stolperte ich über eine Orkmaske von Fucina del Drago ( http://www.fucinadeldrago.it/ ) in der richtigen Größe und mit einem Gesichts-ausdruck, von dem ich sofort wußte: YES!
Noch ein letzter Überlebenstipp: InTime (im Spiel) ist die mit Plastik ausgestopfte Maske, unter dem Arm durch die Stadt Aldradach (auf dem Drachenfest) getragen, tatsächlich ein abgetrennter Orkkopf. Keine gute Idee, wenn dann gerade Gransh und Stripe um die Ecke kommen (die beiden sind nicht irgendwelche Orks, die man morgens beim Brötchenholen auf der Wiese “mitnimmt”, sondern die Art von Orks, mit denen man sich nur anlegt, wenn man eine Armee dabei hat). Harmlos pfeifen und ein “es ist nicht, nach was es aussieht” würden nicht helfen. Also (gilt übrigens auch für die Welt draußen):
abgetrennte Köpfe immer sichtgeschützt transportieren.

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Oben links: Maske grundiert (Acrylfarbe). Vor dem Farbauftrag gründlich waschen und trocknen. Ein paar neue Narben (Pattex aus der Tube) und ein Emblem (Schaumstoff) auf der Stirn (der 8-strahlige Stern ist das Symbol des Chaos. Sich das Ding in Stahl auf die Stirn zu nieten, ist in diesem Falle eine Art religiöse Handlung und erfüllt außerdem im Spiel die Anforderung nach deutlicher Erkennbarkeit seiner Loyalität).
Eigentlich hält keine Farbe auf versiegeltem Latex- deswegen sind die ersten Schichten nur ein Hauch von Drybrush. Nach und nach Schichten ergänzen- wenn bei einigen Stellen nicht mal wenig Farbe hält, einen dünnen Pattexfilm drauf. Und irgendwann ist die Grundierung fertig. Die dünnen Schichten haben außerdem den Vorteil, das keine Details verlorengehen- diese Maske zeigt sogar einzelne Hautporen.

Oben rechts: Maske bemalt. Die Technik: abwechselnd Trockenbürsten (grau, dann immer hellere Weißtöne) und Lasuren mit Schwarz. Kein Rot, um Rosatöne zu vermeiden. Leichte Gelb, Braun- und Umbraakzente.
Die Farben halten zwar, sind aber anfällig für Bruch (also die Maske nicht falten; Lagerung und Transport nur ausgestopft) und Abschürfung. Deshalb eine dünne Schicht Pattex Transparent als Versiegelung zum Abschluß. Der Klebstoff hält die Fabe zusammen und ist flexibel genug, um die zum vorsichtigen Auf- und Absetzen notwendige Dehnung des hinteren Halsbereiches der Maske mitzumachen.

Die Maske ist nicht für einen Spielercharakter konzipiert (der sie über Jahre tagelang am Stück trägt), sondern für einzelne Auftritte eines Monsters im Auftrag der Spielleitung. Für die erheblich größeren Belastungen eines dauerhaften Tragens denk ich, das es besser ist, eine von vornherein “richtig” bemalte Maske zu verwenden.

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Portrait2011

Oben: Schminktest. Die Bilder können mit Rechtsklick “Grafik anzeigen” bildschirmfüllend dargestellt werden.
Ich hab es nicht geschafft, im unteren, unbedeckten Gesichtsteil die Farbe der Maske mit Schminke zu reproduzieren und mich für schwarzen Grund mit getupfter weißer Melierung entschieden.
Verlängerte Eckzähne (hier noch von der Stange) ergänzen das Outfit. Die “falsche” Farbe der Zähne wird durch eine Blutkapsel angeglichen (Kapsel zerbeißen, Schluckreflex unterdrücken und Kapselreste ausspucken). Achtung: Kunstblutflecken gehen nicht mehr raus.
Die Fläche um die Augen ist geschwärzt, man sieht jedoch noch die hautfarbenen Bereiche hinter den Wimpern. Auch dafür gibt es Abhilfe, und wie man an Mr. Depp sieht, hat ein wenig Kajal noch keinem Mann geschadet...Allerdings: Dieser Bereich heißt “Bindehaut” und ich kajalisier ihn lieber nicht, um nicht die gleichnamige Entzündung zu verursachen.
Um die Augen zu verfremden, könnte man auf Effekt- Kontaktlinsen zurückgreifen, aber erste Tests ergeben, das die Maske auch so wie hier gezeigt ganz gut funktioniert.

CRHM17Eckzähne

Oben: 2012- Neue Zähne vom Profi- Danke, Steffi! Diese hier (Eckzähne oben) sind speziell für mich gebaut und werden auch auf dem Gebißabdruck aufbewahrt. Sie sitzen so gut, das man sie ohne Haftmittel einfach auf die echten Zähne “aufklickt” und stecken nicht nur auf dem Eckzahn, sondern bedecken die nächsten 3 Beißerchen mit. Das sorgt für vollkommen zuverlässigen Halt- man kann so laut andere Leute anbrüllen, wie man will, ohne eine Blamage befürchten zu müssen. Und weil die Schneidezähne nicht bedeckt sind, gibt es keinerlei Lispeleffekt beim Sprechen. Beste Zähne, die ich je hatte!

Alternative Maske: Dämonengesicht

Die Rüstung wird in verschiedenen Rollen eingesetzt.
Das Aussehen einer Figur soll bestimmte Signale enthalten, an denen Spieler erkennen können, was dargestellt wird, um sich entsprechend zu verhalten.
In diesem Fall soll ein Dämon gezeigt werden, dessen Erkennungsmerkmale hier u.A. “Hörner” sind.

PCRHM16Dämonenmaske

Wie ich oben schon sagte: meine Skulpt- Fähigkeiten reichen für den Komplettbau einer Latexmaske nicht aus und würden aufwandstechnisch auch den Rahmen für einen Auftritt als Monster sprengen (Tonskulptur/ Erstellen eines Negativabdrucks/ Erstellen des eigentlichen Maskenabgusses/ Appliken anbringen und bemalen).
Weswegen ich den kürzeren Weg wähle und eine gekaufte Maske umbaue.
Ausgangsmaterial ist eine billig gekaufte, schlecht sitzende und werksseitig wirklich furchtbar bemalte Fertigmaske (unten Links):

PCRHM17Originalmaske PCRHM18Zuschnitt

Oben rechts: Der vorstehende Unterkiefer paßt nicht in den Kragen der Rüstung und behindert die Atmung; die Zähne sind unbrauchbar- also weg damit. Weil es eine Halbmaske ist, wird anschließend schwarzes Tuch an den Rand genäht, das den Kopf verdecken soll.

PCRHM19Nähen

Oben: Der Stoff wird von innen auf das Plastik der Maske genäht. Von unten lege ich eine aufgeschnittene superdünne Plastiktüte auf den Nähtisch der Maschine, damit der Fuß gleiten kann.

PCRHM20Stoff

So hat die Maschine keinerlei Maskenkontakt und näht den Stoff ganz normal aufs Plastik. Später wird das Hilfsmaterial vorsichtig abgerissen (deswegen dünnes Plastik oder Papier wählen). Oben Rechts: angenähter Stoff.

PCRHM23Aufbau
PCRHM21Stabilisierung

Oben Links: Blick von Innen hinter das Gesicht der Maske. Der miserable Sitz macht es nötig, den deformierten Augenbereich zu stabilisieren. Maske von Innen anschleifen, Schaumstoff um die Augen in die Augenwülste kleben (muß nur ungefähr passen), dann mit einer Stoffschicht abdecken. Die Polster schützen außerdem meine Augenpartie gegen zufälliges gewaltsames Verschieben der Maske.
Der Oberkiefer ist ebenfalls mit einer Stoffschicht hinterklebt, damit die später einzeln applizierten Zähne besser halten. Wenn die Zähne geklebt sind, kommt noch eine Stoffschicht drüber.

Oben Rechts: Neuaufbau der Maske mit Schaumstoffappliken. Die Augenpartie sitzt perfekt, einzeln geschnitzte Schaumstoffzähne und Schaumstoff- Panzerteile ergänzen das Ensemble.
Schaumstoffzähne sind nicht so schön wie Fimo- oder Tonzähne, aber dafür werd ich bei einem Kopftreffer auch nicht gebissen...

PCRHM22Klettband

Innen ist noch ein Klettband- Kopfriemen angebracht; ein Gummizug wäre für diese Konstruktion zu leicht verschiebbar; das Klettband ermöglicht ein straffes, aber komfortables Einstellen der Halterung.

Klettband klebt nicht (auch nicht mit Pattex). Man näht es deswegen auf ein Stück Stoff (links). Der Stoff (der gleichzeitig die Auflagefläche vergrößert) läßt sich problemlos kleben.

Unten: Nochmal die neu bemalte Maske.
Bemalung: Acrylfarben.
Schwarz grundiert (mehrere dünne Schichten, dann deckt es), abwechselnd drybrush- und wash- Techniken. Keine Versiegelung (ev. hole ich es noch nach- ich nehme Pattex Transparent, mit dem Pinsel wie Farbe aufgetragen).

Alle Teile, die mir nicht fest genug erschienen, sind mit Faden an unauffälliger Stelle durch die Maske vernäht. Lieber einmal mehr sichern als auf dem Schlachtfeld auseinanderfallen...

PCRM25Maske2
PCRHM24Maske1
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