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Oben verschiedene Schaumstoffe (nicht abgebildet: Billig-Isomatten; gehen aber notfalls auch). Ich bin selber ständig auf der Suche und kann daher keine konkreten Tipps geben. Wer was von der Materie versteht, bitte melden. Den offenporigen Polsterschaumstoff oben links verwende ich zum Schnitzen großer Masken (siehe Wildschwein und Schakale). Das Material taugt nicht für feine Details, aber die kann man aus anderen Materialien ergänzen. Der große Vorteil der weichen Schaumstoffmasken liegt im Schutz des Puppenspielers bei versehentlichen Kopftreffern: Die Maske wird nachgeben, ohne den Träger zu verletzen, auch ein gewaltsames Verschieben ist ungefährlich. Offenporigen Schaumstoff schwarz zu grundieren ist eine doofe, aber nötige Arbeit. Am besten funktioniert eine “Tupftechnik” mit einem Borstenpinsel. Wer die Möglichkeit hat, Acrylfarben zu sprühen, hat vermutlich bessere Karten. Wenn der Schaumstoff der Außenhaut nicht schwarz ist, sind Abrasionsschäden (=Schürfungen) störend zu sehen. Latexen kann hier helfen, weil dann die Farbe besser hält.
Womit wir bei der Farbe wären: Ich verwende Acryl- und Metallicfarben (matt oder semimatt). Warum Acryl? Gut deckend, wasserlöslich, einfach mischbar; schnell trocknend, wenn trocken, wasserfest und elastisch. Bemalt werden die Werkstücke mit den gleichen Techniken wie Miniaturen: Grundieren (ich bevorzuge schwarz), Trockenbürsten (Drybrush) in 2-3 Stufen, Lasieren (inking), Lichteffekte (highlighting) und schwarz oder weiß linieren (black or white lining). Unsere Monster müssen nicht vor der Lupe eines Miniaturenjurors bestehen, sondern sie werden in Bewegung gesehen. Ich verwende Latex nur für Polsterwaffen, also auch für Klauen, mit denen gekämpft wird. Erkundigt euch vor dem Bau nach den Spielregeln, was zugelassen ist. Bei Kostümen verwende ich Farbe ohne Latex. Hält nicht so gut, sieht für meinen Geschmack aber besser aus und bietet 2 weitere Vorteile: Temperaturunempfindlichkeit und neutraler Geruch. Eure Werkstücke können also im Zimmer oder auf dem Dachboden gelagert werde, ohne das sie Krebs kriegen oder die Bude vollstinken. Auf Spielen hab ich eine Dose schwarze Acrylfarbe für Not-Abrasionsreparaturen dabei. Dünn auftragen, trocknet in Minuten und das Biest sieht wieder gut aus. In längeren Spielpausen kann tatsächlich mit mehreren Farben nachgearbeitet werden. Angeblich gibt es Mittel, die die Bildung von Latexkrebs unterbinden. Aber man weiß nicht, ob man das Risiko bei der Menge der angefallenen Arbeitsstunden eingehen soll.... Erste Hilfe bei Acrylunfällen: Acrylfarbspritzer auf dem gekachelten Küchenboden? Auf harten Oberflächen lassen sich getrocknete Spritzer mit einem feuchen Küchenkratzschwamm spurlos beseitigen. Acrylfarbspritzer auf dem Teppich? Sofort mechanische Aufnahme von soviel Farbe wie möglich mit einem trockenen Küchentuch. Farbe aufsammeln, nicht wischen. Danach mit feuchten Tüchern möglichst stark verdünnen und die Farbreste mit trockenen Tüchern aufsaugen. Ihr habt gute Chancen. Dose umgekippt? Farbspritzer auf der Tapete? Sorry, nix zu machen. Alibi beschaffen, ggf Schuldzuweisung an Unbeteiligte probieren.
Ayryl aus der Spritzpistole zum Aufkleben von faltigem Stoff auf grobporigen Schaumstoff zur Oberflächenversiegelung/ Hautsimulation. Kann mit Acrylfarbe bemalt werden. Ist allerdings schwer, wenn in größeren Mengen verwendet.
Pattex- der Stoff, aus dem die Monster sind....Das teuerste am Monsterbau, aber ich will nix anderes. Gibts in 3 Varianten: durchsichtig (hab ich in der Tube auf Cons für Notfälle dabei), halbflüssig (classic) oder margarineartig (=verlaufsicher). Ich verwende alle Sorten je nach Zweck. Für Feinarbeiten wie Leisten aufkleben empfiehlt sich eine Tube. Es gibt keine Alternative zum Kontaktklebeverfahren: man bestreicht beide Klebeteile dünn, wartet gnadenlos, bis das Zeug handtrocken ist und klebt dann mit kurzem, so kräftigem Druck wie möglich. Auflegen und sanft behämmern erhöht die Festigkeit, ist aber bei 3d-Werkstücken nur selten möglich. Entgegen den Gerüchten klebt Pattex eben nicht alles; es kommt auf die Klebetechnik an. Zu beachten sind Auflagefläche und Kraftzugrichtung. Wenn ihr dagegenanarbeitet, zerfällt das Monster auf dem Schlachtfeld in seine Einzelteile.
Schleifpapier und Schleifblöcke. Schaumstoffe mit glatter, leicht fettiger Oberfläche müssen angeschliffen werden, weil sonst weder Farbe noch Pattex richtig hält.
Klettband und Gurtband mit 1teiligen Durchzieh- und 2teiligen Clip-Schließen. Gibts für kleines Geld im Baumarkt und erfüllt vielerlei Zwecke. Gurt- und Klettband kann man nicht sicher auf Kunststoff kleben; Auflagefläche zu gering. Man näht ein Stoffstück überstehend auf das Band und klebt den Stoff unter Berücksichtigung der Zugrichtung.
Deswegen erwähnen wir noch nicht dehnbaren Stoff (und eigentlich bei den Werkzeugen eine Nähmaschine). Schaumstoff ist nicht reißfest. Erst durch Unterkleben mit Stoff wird das Ganze haltbar. Alle krafttragenden Teile müssen aus Stoff, Schaumstoff und Pattex bestehen.
OK. Alles zusammen? Arbeitsunterlage nicht vergessen? Dann mal los....
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